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Viele Investoren fragen sich: “Was ist ein ETF?“

Außergewöhnlich ist, dass viele von ihnen bereits in diese spezielle Form eines Investmentfonds investiert haben, sie wissen es nur meistens gar nicht.

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fond (englisch: „exchange traded fund“). Diesen speziellen Typ eines Investmentfonds gibt es seit ca. Mitte der neunziger Jahre, aber sie wurden erst ungefähr ein Jahrzehnt später signifikant von Investoren genutzt.

Die klassischen Investmentfonds, die die meisten privaten Anleger aus Ihrer Bankberatung kennen, sind die aktiv gemanagten Investmentfonds und die passiv gemanagten Indexfonds. Diese klassischen Investmentfonds legen Ihre Gelder nicht nur in Einzelaktien an, sondern oftmals auch in ETFs.

Lassen Sie uns die Unterschiede genauer betrachten.

Was ist ein aktiv gemanagter Investmentfonds?

Es waren einmal vor langer, langer Zeit (hört sich wie der Beginn eines Märchens an, ist es aber nicht!) sehr gut betuchte und erfahrene Investoren, die genug Kapital hatten, um sich professionelle Hilfe zu holen.

„Sie warfen Ihr Kapital in einen Topf“ und ließen einen professionellen Manager die Investmententscheidungen treffen, also im Grunde eine gemeinsame Vermögensverwaltung. Der Investmentfonds war geboren.

Heutzutage legen viele Anleger aller Größenordnungen ihr Geld in aktiv gemanagte Investmentfonds an. Sie verlassen sich auf einen professionellen Berater, der aktiv, gegen eine Gebühr, die Investments der Anleger managt.

Die Hoffnung der Investoren ist, dass das aktive Management ein besseres Ergebnis erzielt als die Wertentwicklung eines z.B. Aktienindex wie der DAX (Deutscher Aktienindex der 30 größten Konzerne in Deutschland).

Die Manager versuchen durch die verschiedensten Strategien, Gewinne in den Märkten zu generieren.

Was ist ein Indexfond?

Indexfonds wurden aufgelegt, weil die Investoren der Meinung waren, dass es viel wichtiger sei, langfristig in Aktien zu investieren, als das aktive Handeln von Aktienpositionen. Ganz nach dem Motto „Hin und Her macht Taschen leer“.

Ein Indexfonds bildet einen Index, wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex (DAX) nach. Der Fonds strebt an, sich wie der Vergleichsindex (das nennt man Benchmark) zu entwickeln.

Der Vorteil: Die laufenden Kosten sind geringer, weil die Aktienpositionen nicht laufend verändert werden müssen.

Die Indexfonds versprechen somit niedrigere Kosten und in der Tat sind die laufenden Kosten geringer als bei aktiv gemanagten Fonds.

Für die Anhänger von Indexfonds gilt es als Torheit, die Märkte „schlagen“ zu wollen bzw. in aktiv gemanagte Fonds zu investieren. Es sei sehr schwer, den Markt mit individuellem „Stockpicking“ oder Investitionen in einen aktiv gemanagten Investmentfond (vor allem nach den anfallenden Gebühren) langfristig zu schlagen.

Die Realität scheint ihnen Recht zu geben. Die wenigsten aktiv gemanagten Fonds erzielen langfristig ein besseres Ergebnis als der Markt und schon gar nicht nach Abzug der Kosten!

Also ist es am besten, nach dem altbekannten Motto zu verfahren: „If you can`t beat ‘em, join ‘em“! Fakt ist, dass wahrscheinlich kein normaler Anleger den Markt langfristig schlagen kann. Aber man kann sich am Aktienmarkt mit Indexfonds beteiligen.

Es gibt hunderte Indexfonds. Jeder bildet seine eigene Benchmark (Aktienindexes, Währungen, Rohstoffe, etc.) nach und das typischerweise mit geringeren Kosten als bei den aktiv gemanagten Fonds.

Was ist ein ETF?

Sie können sich den ETF als eine Form von einem Indexfonds vorstellen. Er verfolgt in diesem Sinne das gleiche Ziel: Anleger können in eine Benchmark (z.B. DAX) mit möglichst geringen Kosten investieren. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied: Klassische Fonds kassieren teils erhebliche Ausgabeaufschläge von bis zu 5 % der Anlagesumme beim Kauf, während ETFs an der Börse wie eine Einzelaktie gekauft werden können und nur die normalen Orderkosten anfallen. Es gibt sogar einige Direktbanken, bei denen der Anleger nur sehr geringe Ordergebühren zahlen muss.

Vorteile der ETFs

ETFs haben die gleichen grundlegenden Vorteile wie alle Investmentfonds gegenüber der Anlage in Einzelaktien:

Diversifikation!

Und das ist genau das, was jeder Anleger braucht. Langfristig reduziert das Aufteilen der Investments auf viele verschiedene Positionen das Risiko, ohne unbedingt die Rendite zu schmälern.

Sagen wir, Sie sind ein Fan einer bestimmten Branche wie erneuerbare Energien und würden gerne in ihre Zukunft investieren. Sie könnten versuchen, sich Aktien von ein paar Unternehmen aus der Branche herauszusuchen.

Eine bessere Strategie wäre es, einen ETF zu kaufen, der den Index des Sektors verfolgt. Auf diesem Weg wären Sie besser vor Schwankungen geschützt, denen ein paar Unternehmen in dem Sektor unterliegen könnten. Des Weiteren machen Sie nur eine Transaktion anstatt mehrere, was Ihnen Ordergebühren spart.

Benutzerfreundlichkeit

ETFs können zu jeder Tageszeit gekauft oder verkauft werden, genau wie Einzelaktien. Klassische Investmentfonds dagegen werden nur einmal am Ende jedes Handelstages bewertet. Wenn Sie langfristig investieren, macht das nicht wirklich etwas aus. Wie auch immer, es ist schön zu wissen, dass man normalerweise zu jeder Zeit während eines Handelstages aus einem ETF aussteigen kann.

Offene Bücher

Nochmal: Da Sie einen Index wie z.B. den DAX verfolgen, wissen Sie normalerweise genau, was der ETF beinhaltet. Bei den traditionellen Investmentfonds werden die einzelnen Positionen nur halbjährlich in den Verkaufsprospekten veröffentlicht.

Der Jugendfaktor

Diversifikation ist eines der Grundprinzipien beim Investieren. Das bedeutet, dass ein Anleger Kapital auf viele unterschiedliche Investments aufteilt, um das Risiko zu verteilen.

Es gibt viele verschiedene Investments, die man wählen kann. Dazu braucht man aber auch  ausreichend viel Kapital. Das kann für jüngere Anleger eine besondere Herausforderung sein, weil sie möglicherweise erst geringe Ersparnisse haben, die langfristig investiert werden sollen.

ETFs machen es möglich, auch mit wenig Kapital kostengünstig ein diversifiziertes Depot aufzubauen. Sie bieten eine große Vielfalt, die jede erdenkliche Asset-Klasse wie Aktien, Anleihen, Immobilien, Währungen, Rohstoffe, etc. abdeckt. Das breite Spektrum an ETFs (exchange traded fund, deutsch: börsengehandelter Fond) bedeutet, dass ein Investor ein diversifiziertes Portfolio mit wesentlich geringeren Kapitalaufwand aufbauen kann, als es in der Vergangenheit erforderlich gewesen wäre.

Ein Beispiel: Ein Student möchte erste Ersparnisse in Höhe von 2.500 Euro langfristig anlegen. Er möchte den größten Teil in deutsche Aktien, einen kleineren Teil in Gold und den Rest in erneuerbare Energie investieren. Während ein solches Portfolio in der Vergangenheit (insbesondere bevor es Rohstoff- und Währungs-ETFs gab) einen wesentlich höheren Kapitalaufwand erfordert hätte, kann er nun sein Portfolio durch ETFs aufbauen.

Er könnte 1.500 Euro in einen DAX-Index ETF investieren und 500 Euro in jeweils ein Gold ETF und ein Sektor ETF.

Sollten Sie in ETFs investieren?

ETFs sind immer noch relativ jung in der Welt der Investments, aber die vielen Vorteile, die sie mit sich bringen, sollten nicht ignoriert werden.

Alles in allem machen die vielen Vorteile der ETFs, wie deren breites Anlagespektrum, deren hohe Liquidität, deren kostengünstiges Management und die vielen Innovationen, ETFs zu einer idealen Anlageform, nicht nur für junge Investoren.

Wie man einen guten Deal bei ETFs bekommt

Sie können ETFs überall dort kaufen, wo man auch Aktien kaufen kann. Überall dort, wo ein Wertpapierdepot geführt wird, auch bei Ihrer Hausbank.

ETFs werden genauso wie Einzelaktien über die Börse geordert. Am besten fahren Sie bei den Direkt- oder Online-Banken. Dort sind die Orderkosten sehr gering.

Manche führen Käufe von ETFs unter bestimmten Bedingungen sogar kostenfrei aus. Aber aufgepasst: Einige Institute bieten dann auch nur eine eingeschränkte Auswahl an. Stellen Sie sicher, dass Sie aus dem Vollen schöpfen können, bevor Sie sich für ein Institut entscheiden. Achten Sie darauf, dass das Institut alles anbietet, was Sie suchen. Sie sollten zumindest die größten und weit verbreiteten ETFs im Angebot haben.

Sie wollen in einen qualitativ hochwertigen ETF investieren?

Gehen Sie genauso vor, als wenn Sie einen klassischen Fonds kaufen würden. Eine Strategie sollte durch einen fachlich versierten Berater als Grundlage für Ihr Depot entworfen werden, in der Ihre Wünsche und Ziele, Ihre Risikobereitschaft und viele anderen Kriterien einfließen sollten. Das kennen Sie bereits, wenn Sie schon einmal ein qualifiziertes Anlagegespräch bei Ihrer Hausbank geführt haben.

Nicht alle ETFs bilden einen Index wie z.B. den deutschen Aktienindex (DAX) nach. Manche ETFs sind inzwischen zu aktiven gemanagten Fonds mutiert. Seien Sie bei der Auswahl vorsichtig. Wenn Sie die Kostenvorteile der ETFs nutzen möchten, ist es am besten, wenn Sie sich auf die großen Fonds konzentrieren. Die, die das höchste Handelsvolumen an der Börse haben und deren Wertentwicklung einen Index bereits in der Vergangenheit am genauesten abbilden konnten.

Schauen Sie sich die Kosten eines ETFs vorher genau an. Das sogenannte „expense ratio“ sagt Ihnen, wie viel der ETF kostet. Den Betrag zahlen Sie letztendlich jedes Jahr für das Verwalten Ihrer Gelder. Diese Kosten enthalten nicht Ihre Orderkosten, die Sie eventuell für den Kauf oder Verkauf zahlen müssen.

ETFs haben in der Regel ein „expense ratio“ von 0.25 % bis 0,80 % pro Jahr, was bedeutet, dass der Fond Sie 2,50 Euro bis 8 Euro Gebühren pro Jahr für jede 1.000 Euro, die Sie anlegen, kostet. Der durchschnittliche traditionelle Investmentfond kostet Sie ca. 0,8 % bis 2 % ( 8 Euro bis 20 Euro je angelegte 1.000 Euro pro Jahr).

Schauen Sie genau hin!

Vermeiden Sie exotische ETFs, die in der Regel teurer und meistens noch nicht lange im Markt sind. Vermeiden Sie diese Fonds, außer wenn Sie wirklich wissen, was Sie tun!

 

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